persönlicher Kommentar
Warum ich den Bebauungsplan zu den Klärschlammteichen weiter ablehne
Ich habe den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan zu den Klärschlammteichen in der letzten Sitzung des Planungsausschusses abgelehnt und werde das auch in der anstehenden Sitzung des Stadtratsplenums zusammen mit unserer Fraktion der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) wiederholen.
Warum sind wir der gleichen Meinung wie die Initiatoren der Petition?
Bei den ehemaligen Klärschlammteichen handelt es sich um ein Vogel- und Amphibienparadies und einen absoluten Hotspot der Biodiversität in Regensburg. Im Gegensatz zu Parks, Alleen oder Freizeitgrünarealen wie z.B. der Schillerwiese, handelt es sich bei den Klärschlammteichen aber um nichts auf den ersten Blick "einfach Schönes". Der Wert dieser Biotope erschließt sich aber um so mehr durch die Lektüre der eingereichten Einwände des Bund Naturschutz und in diesem Fall vor allem auch aus den äußerst kritischen Statements der oberen Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz. Ich kann mich an keine Sitzungsunterlage in meiner 16-jährigen Zeit im Stadtrat erinnern in der die Worte der oberen Naturschutzbehörde so kritisch formuliert waren und von Amtsseite klar vor einem Beschluss des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans wie sie jetzt vorliegen, gewarnt wurde.
Das ist vor dem Hintergrund dass in den letzten Jahren trotz Klimaschutzbekenntnissen und Sonntagsreden wie wichtig der Erhalt der Artenvielfalt sei, viele Biotopflächen im Stadtgebiet unter die Räder kamen und die Versiegelung von Boden immer weiter voranschreitet, sehr nachvollziehbar. Dass Regensburg gleichzeitig Gründungsmitglied der Kommunen für biologische Vielfalt ist, setzt dem Ganzen die Krone auf. Denn trotz all der aufgeführten und belegten Missstände der Planung will eine deutliche Stadtratsmehrheit neben den beiden schon errichteten Hallen weitere zwei Hallen sehen.
Ich erinnere daran, dass wir uns im Jahr 2025 befinden. Das Geld für Klimaschutzmaßnahmen wird weniger und man plant inzwischen schon aktiv die Verpressung von CO 2 weil man nicht mehr wisse, wie man die gesteckten Ziele sonst erhalten soll. Dabei wäre doch das Naheliegenste, Biotope und Moore so weit es irgendwie geht zu erhalten, statt weiterhin teure Renaturierungsprogramme aufzulegen und auf später zu vertrösten. Die Rückendeckung dafür gaben uns die Bayern dank ihres klaren "Ja" im Jahr 2019 beim Artenschutz-Volksbegehren.
Wichtiger Hinweis:
Blogbeiträge stellen die persönliche Meinung einzelner Parteimitglieder dar. Diese kann in Einzelfällen von der Programmlage der Partei abweichend sein. Auch ist es möglich, dass zu einzelnen Themen und Aspekten in der ÖDP noch keine Programmlage existiert.